Laura Pirovano triumphiert bei La VolatA: erster Sieg im Weltcup vor Emma Aicher
Hätte ein Drehbuchautor die Geschichte des ersten von drei Frauen-Weltcuprennen geschrieben, die an diesem Wochenende im Val di Fassa stattfinden, hätte das Finale kaum spannender ausfallen können. Die Abfahrt - Nachholrennen für Crans-Montana - bot auf der Piste La VolatA im Skigebiet San Pellegrino ein dramatisches Finish. Die Italienerin Laura Pirovano feierte dabei ihren ersten Sieg im alpinen Ski-Weltcup und krönte damit eine lange Serie starker Ergebnisse mit dem ersten Podestplatz ihrer Karriere.
Der Jubel der 28-Jährigen aus Spiazzo Rendena brach am Passo San Pellegrino aus, nachdem die letzten Konkurrentinnen im Ziel angekommen waren - allen voran Emma Aicher. Die Deutsche blieb nur eine Hundertstelsekunde hinter der Siegerin zurück: 1:21,41 gegenüber 1:21,40. Der Unterschied zwischen den beiden Läufen betrug weniger als 30 Zentimeter, und die rund 1.500 Zuschauer verfolgten das dramatische Finale mit angehaltenem Atem, bis die Zeiten auf der Videowand erschienen.
Pirovano griff von Beginn an an. Vom Start auf 2.510 Metern Höhe lieferte sie eine nahezu fehlerfreie Fahrt. Aicher lag bis zur zweiten Zwischenzeit vorne, doch in den letzten drei Abschnitten konnte Pirovano dank ihrer höheren Geschwindigkeit und Laufruhe entscheidend Zeit gutmachen.
Nach elf Top-5-Platzierungen im Weltcup gelang der Italienerin damit endlich der erste Sieg - und das ausgerechnet auf heimischem Schnee im Trentino.
Auch Emma Aicher durfte zufrieden sein. Die Deutsche - Olympiasilbermedaillengewinnerin von Milano-Cortina - sammelte wichtige Punkte sowohl für die Gesamtwertung, in der sie hinter Mikaela Shiffrin auf Rang zwei liegt, als auch für die Abfahrtswertung, in der sie nur 14 Punkte hinter Lindsey Vonn liegt, die derzeit verletzungsbedingt pausiert.
Den dritten Platz belegte Breezy Johnson aus den USA, Olympiasiegerin in der Abfahrt, mit 0,29 Sekunden Rückstand. Entscheidende Zeit verlor die Amerikanerin im vorletzten Abschnitt vor dem finalen Steilhang, wo sie 0,36 Sekunden auf Pirovano einbüßte - möglicherweise auch aufgrund etwas schwererer Schneeverhältnisse.
Vierte wurde Kira Weidle-Winkelmann, die das Podium nur um drei Hundertstelsekunden verpasste. Dahinter folgten die Österreicherinnen Cornelia Hütter und Ariane Rädler.
Beste weitere Italienerin war Elena Curtoni auf Rang zehn. Dahinter platzierten sich Roberta Melesi, Nadia Delago, Sofia Goggia und Nicol Delago zwischen Rang 15 und 19. Für Sofia Goggia bedeutet Rang 17 das Ende ihrer Chancen auf den Sieg in der Abfahrtswertung. In der Super-G-Wertung liegt sie hingegen weiterhin in Führung vor Robinson und Aicher. Das nächste Rennen findet am Sonntag erneut auf der La VolatA statt.
Bei der Auslosung der Startnummern im Team Captains Meeting wurden folgende Spitzenstarterinnen gezogen:
Ester Ledecka (1), Mirjam Puchner (2), Malorie Blanc (3), Elena Curtoni (5), Breezy Johnson (6), Sofia Goggia (7), Nicol Delago (13) und Laura Pirovano (15).
Das Rennen wird live auf Eurosport 1 um 10:30 Uhr sowie von über 120 internationalen TV-Sendern weltweit übertragen.
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