Die 28-jährige Italienerin hat heute auf der Piste La VolatA wieder zugeschlagen.
Am Freitag war die Deutsche Emma Aicher nur um einen Hundertstel hinter ihr gelandet. Diesmal war die Österreicherin Cornelia Hütter dran, die als Elfte gestartet war und 63 Hundertstelsekunden Vorsprung vor der Olympiasiegerin Breezy Johnson hatte, die bis dahin in Führung lag.
Hütter schien unschlagbar, bis Laura Pirovano mit der Startnummer 15 das Tor öffnete. Sie hatte am Anfang der Abfahrt ein paar Probleme, zeigte dann aber auf dem technisch anspruchsvolleren Teil der Strecke, den die Athletinnen der italienischen Nationalmannschaft dank des Projekts Piste Azzurre besonders gut kennen, weil sie dort während der Wintersaison trainieren, eine super Leistung.
Die Frau aus Renden hat ihren Triumph auf den "Mauern des Dichters" aufgebaut und sich davon inspirieren lassen, um ihr Wochenende in Fassano zu echter Poesie zu machen.
Abgesehen vom Heimvorteil, den sie voll ausgenutzt hat, haben ihre Einstellung und vor allem ihr Fahrstil den Unterschied gemacht. Pirovano hat schon so oft um Zentimeter das Podium verpasst. Nur etwas mehr als dreißig Zentimeter haben ihr gestern und heute zwei Siege eingebracht, ein Traum, den sie mit Hartnäckigkeit und Entschlossenheit verfolgt hat und der vor heimischem Publikum wahr geworden ist. Hütter wurde Zweite mit nur einer Hundertstelsekunde Rückstand, Dritte wurde Corinne Suter, die als Achtzehnte startete und die 2000 Zuschauer am Passo San Pellegrino in Atem hielt. Die Schweizerin, die in den ersten drei Abschnitten in Führung lag, rutschte dann mit einem Rückstand von 5 Hundertstelsekunden auf den dritten Platz ab, nachdem sie im letzten Abschnitt 35 Hundertstelsekunden verloren hatte.
Pirovano sicherte sich auch die rote Startnummer als Führende in der Weltcup-Gesamtwertung der Abfahrt und hat jetzt 436 Punkte, 28 mehr als Emma Aicher, die sich heute mit dem zwölften Platz und einem Rückstand von 1,06 Sekunden begnügen musste. Da Lindsey Vonn, die mit 400 Punkten auf dem dritten Platz liegt, wegen einer Verletzung ausfällt, zeichnet sich ein Zweikampf um die Kristallkugel in dieser Disziplin ab, auch wenn rein rechnerisch noch die andere Deutsche Kira Weidle-Winkelmann (Vierte mit 351 Punkten) und die Österreicherin Cornelia Hütter (344) im Rennen sind. Das Finale findet in Norwegen statt, bei den Finals der internationalen Top-Rennserie.
Zurück zur heutigen Abfahrt: Nach den ersten drei Plätzen, die innerhalb von 5 Hundertstelsekunden lagen, landete die US-Amerikanerin Breezy Johnson mit 0,64 Sekunden Rückstand auf dem vierten Platz, gefolgt von der Deutschen Weidle-Winkelmann mit 0,68 Sekunden Rückstand auf dem fünften Platz. Das italienische Team hat mit Nicol Delago aus Gröden eine weitere Athletin in den Top 10 platziert, die bis zwei Drittel des Rennens um einen Podiumsplatz kämpfte und schließlich mit 1,03 Sekunden Rückstand Neunte wurde, knapp vor Sofia Goggia, die mit 1,05 Sekunden Rückstand Elfte wurde. Wertvolle Weltcup-Punkte gab's auch für Nadia Delago (17. mit 1,24 Sekunden Rückstand), Roberta Melesi (23. mit 1,58 Sekunden Rückstand), die Südtirolerin Sara Thaler (25. mit 1,63 Sekunden Rückstand) und Elena Curtoni (26. mit 1,91 Sekunden Rückstand), während Asja Zenere knapp hinter den ersten 30 auf Platz 31 landete. Ilaria Ghisalberti wurde 41.
Im Super-G morgen, Sonntag, 8. März, wird alle Aufmerksamkeit auf Sofia Goggia gerichtet sein, die mit 420 Punkten die Weltcupwertung in dieser Disziplin anführt, gefolgt von der Neuseeländerin Alice Robinson (336) und der Deutschen Emma Aicher (304). Auch die Amerikanerin Mikaela Shiffrin, die mit 1133 Punkten die Gesamtwertung anführt, wird wieder dabei sein, gegenüber 1016 Punkten von Aicher und 963 Punkten der Schweizerin Camille Rast. Goggia ist mit 824 Punkten Vierte.
Es gibt eine Live-Übertragung auf Eurosport 1 um 10:30 Uhr und live auf den wichtigsten europäischen und weltweiten Sendern, insgesamt über 120 angeschlossene Sender.
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